Projekt: Neue Technik zum Auffinden von OP-Bestecken

14 April, 2020 - 06:57
Dr. Sabine Glöser

Mithilfe eines winzigen Funketiketts sollen OP-Bestecke bald jederzeit online auffindbar sein. Ziel des Projektes „Digitales Abbild des Sterilgutkreislaufs mittels Transpondertechnik“ (DAST) ist es, Operationen sicherer und einfacher planbar zu machen. Die Europäische Union fördert das Vorhaben eines Konsortiums aus Unternehmen, Universitäten und Kliniken in den nächsten drei Jahren mit 2,3 Millionen Euro.

Krankenhäuser brauchen täglich Sterilgüter wie OP-Bestecke. Diese sind ständig im Haus unterwegs in einem Kreislauf aus Nutzung, Reinigung, Sterilisierung, Prüfung und Verteilung. Komplette Sets für Eingriffe werden in Sieben zusammengestellt und transportiert. Studien zufolge treten dabei Fehlerraten bis 30 Prozent auf, sodass während Operationen improvisiert werden muss, indem zum Beispiel Teile aus anderen Sieben herausgenommen werden, die dadurch lückenhaft werden.

Die Projektverantwortlichen wollen es mit einer neuen Technik ermöglichen, den Sterilgutkreislauf in Echtzeit zu verfolgen. Sie statten dazu sämtliche Bestecke mit sogenannten RFID-Chips aus, die berührungslos von Lesegeräten abgelesen werden können, auch wenn viele Teile kreuz und quer in einem Sieb liegen. Die Transponder werden in winzige Glasröhrchen von nur 1,4 mal 8 Millimeter eingekapselt und dann in das Besteckteil integriert. Auch das versehentliche Vergessen von Instrumenten im Körper von Patienten soll somit ausgeschlossen sein.

Das Projekt leitet die Firma Smartrac Speciality, an der der Lehrstuhl für Integrierte Systeme der Ruhr-Universität Bochum beteiligt ist. Weitere Kooperationspartner sind unter anderen die Universitätskliniken Köln und Essen, das Helios-Universitätsklinikum Wuppertal, die Hochschule Krefeld, das Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme, die Deutsche Gesellschaft für Sterilgutversorgung, die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, die Wissenschaftliche Gesellschaft für Krankenhaustechnik und der Verband OP-Management.

Dtsch Arztebl 2020; 117(16): [4]

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