Wie der Führungsstil eigenes Wohlbefinden beeinflusst

10 Februar, 2020 - 11:58
Dr. Sabine Glöser

Vorgesetzte, die einen konstruktiven Führungsstil pflegen, fühlen sich selbst wohler als jene, die zu einem destruktiven Führungsstil neigen. Zumindest fand das ein Team der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Universität Koblenz-Lan-dau heraus. Dazu trugen die Forscher die Ergebnisse von 88 Forschungsarbeiten zum Thema Führungsstil und Wohlbefinden mit insgesamt mehr als 12 000 Teilnehmenden zusammen und bewerteten diese neu (doi: 10.1080/02678373.2019.1617369).

Demnach gibt es drei Arten konstruktiver Führungsstile. Eine Führungskraft kann beziehungs-, veränderungs- oder aufgabenorientiert führen. Wer beziehungsorientiert führt, schafft eine positive Arbeitsbeziehung, in der die Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Fokus stehen. Veränderungsorientiert geht vor, wer seine Mitarbeitenden aus eigenem Antrieb heraus motiviert, über sich selbst hinauszuwachsen und Veränderungen offen gegenüberzustehen. Aufgabenorientiertes Vorgehen arbeitet mit klaren Vorgaben und dem Überwachen der Zielerreichung.

„Wir konnten feststellen, dass alle drei konstruktiven Führungsstile einen positiven Zusammenhang mit dem Wohlbefinden der Führungskräfte aufweisen“, sagte Prof. Claudia Buengeler vom Kieler Institut für Betriebswirtschaftslehre. Den stärksten Einfluss habe der veränderungsorientierte Ansatz, gefolgt vom beziehungsorientierten und dem aufgabenorientierten Herangehen. Unter destruktivem Führen dagegen litten nicht nur Arbeitszufriedenheit, Engagement und Wohlbefinden der Mitarbeitenden, sondern auch das Wohlbefinden der Führungskräfte selbst. Sowohl ein aktiv destruktiver Stil, wie despotisches oder autokratisches Verhalten, als auch passives Führen, wie eine Laissez-faire-Führung, wirkten sich negativ aus.

„Neben gezielten Trainingsmaßnahmen“, sagte Buengeler, „sind Unternehmen gefragt, Freiräume zu schaffen und Zeit einzuräumen, damit Führungskräfte ihre Rolle reflektierter und aktiver wahrnehmen können.“

Dtsch Arztebl 2019; 116(33-34): [4]

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