
Über wichtige Erfahrungen, gewonnene Einsichten und ausgefallene Wünsche spricht aerztestellen.de mit erfolgreichen Ärztinnen und Ärzten. Dieses Mal stellt sich Prof. Dr. med. Max Schlaak unseren Fragen. Er ist seit 1. April 2026 Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Vivantes Klinikum Spandau.
Herr Professor Schlaak, warum eigentlich sind Sie Dermatologe geworden?
Prof. Dr. Max Schlaak: Ich interessierte mich zunächst für die Hämatologie und Onkologie und begann in diesen Fächern auch meine Doktorarbeit. Doch dann hatte ich einen interessanten Untersuchungskurs während des Studiums, der mir die Vielschichtigkeit des Fachs Dermatologie und Venerologie bewusst gemacht hat. Einerseits sind die verschiedenen Hauterkrankungen sichtbar und zugänglich, was für die Betroffenen allerdings häufig belastend ist. Andererseits sind heutzutage erfreulicherweise viele Pathomechanismen erklärbar und uns stehen moderne Therapien zur Verfügung.
Was ist für Sie unabdingbar, damit Sie gut arbeiten können?
Prof. Dr. Max Schlaak: Mir ist die Sinnhaftigkeit des ärztlichen Berufs wichtig und dass ich betroffene Menschen begleiten kann. Ich muss mich in gewisser Weise auf die Arbeit freuen können. Dies gelingt mir mit einem engagierten Team und einem respektvollen und wertschätzenden Miteinander.
Wie lautet der beste Rat, den Sie auf Ihrem Karriereweg bekommen haben?
Prof. Dr. Max Schlaak: Ich weiß nicht, ob ich den einen guten Rat bekommen habe. Ich habe gelernt, dass man seinen Weg finden und authentisch bleiben sollte. Wir alle haben unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche. Daher gibt es nicht den einen richtigen Karriereweg. Ein Tipp, den ich versuche zu beherzigen, ist: Wenn man sich über etwas richtig ärgert, sollte man sich erst mal etwas Zeit nehmen, eine Nacht drüber schlafen und das Thema dann am nächsten Tag klären.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Prof. Dr. Max Schlaak: Ich schätze ehrliches Interesse und Offenheit an anderen Menschen, Emotionalität, Verlässlichkeit und Klarheit.
Was treibt Sie an?
Prof. Dr. Max Schlaak: Mir geht es in meiner Arbeit immer um die Interaktion mit anderen Menschen. Patientinnen und Patienten sind oft in besonders herausfordernden Situationen. Dieses wahrzunehmen und zu begleiten, ist eine ehrenvolle Tätigkeit. Wenn ich dann noch erlebe, dass sich durch die medizinische Forschung viele wirksame Behandlungsoptionen eröffnen, ist das erfüllend. Ich überblicke vor allem die Hautkrebserkrankungen und welchen rasanten Fortschritt es dort in den letzten 15 Jahren gegeben hat.
Mit wem würden Sie gern einmal einen Abend verbringen?
Prof. Dr. Max Schlaak: Da braucht es keine bekannte Persönlichkeit, am liebsten verbringe ich Zeit mit mir nahestehenden Menschen. Ich freue mich auch, Menschen aus ganz anderen Tätigkeitsfeldern und anderen Interessen kennenzulernen.
Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzten?
Prof. Dr. Max Schlaak: Findet das, was Euch interessiert, motiviert und antreibt. Ihr braucht häufig auch einen langen Atem und Geduld. Doch schwierige Phasen können auch lehrreiche Momente umfassen.
Wie gelingt Ihnen eine gesunde Work-Life-Balance?
Prof. Dr. Max Schlaak: Ich plane zum Beispiel feste Termine für Aktivitäten ein und nehme diese dann im besten Fall direkt nach der Arbeit wahr. Das ist so eine Art Termin mit mir selbst. Außerhalb der Arbeit bin ich erst mal Privatmensch und wahrscheinlich ganz anders unterwegs als im professionellen Umfeld. Das klappt alles mal besser und mal schlechter, ich versuche aber immer wieder dazuzulernen.
Woran mangelt es dem deutschen Gesundheitssystem?
Prof. Dr. Max Schlaak: Ich könnte in viele Kritikpunkte einsteigen, finde aber, dass wir grundsätzlich eine sehr gute medizinische Versorgung in Deutschland haben und häufiger eine gewisse Dankbarkeit und weniger Anspruchsdenken zeigen könnten. Es gibt wahnsinnig viele engagierte Menschen im Gesundheitswesen und es wäre schön, wenn sich die hohen Gesundheitsausgaben in Deutschland noch mehr in Qualität widerspiegeln würden und bei denen ankämen, die sich täglich dafür einsetzen.
Wann sind Sie glücklich?
Prof. Dr. Max Schlaak: Es gibt viele kleine Momente im Alltag, die mir ein Glücksgefühl geben und mich dankbar machen. Ich bin froh, gesund zu sein, arbeiten zu können, mich zu engagieren und ein liebendes Umfeld zu haben.



