Gehalt als Arzt: Diese Kliniken zahlen am meisten

5 Februar, 2020 - 15:54
Lukas Hoffmann

Die Ärzte haben die Wahl: Arbeiten sie in einem kommunalen Klinikum, einem Uniklinikum, bei einem kirchlichen Träger oder doch lieber in einer Privatklinik? Das Gehalt ist im Wettbewerb um neue Fachkräfte ein starker Pull-Faktor. Doch wie groß sind die Unterschiede wirklich?

Die kommunalen Kliniken  haben im Mai nach langen Tarifverhandlungen ein neues Vertragswerk vorgelegt. Die spannende Frage: Verdienen Mediziner dort nun mehr als an privaten Häusern? Rund 2.000 Kliniken gibt es in Deutschland, sie werden von privaten Anbietern, von öffentlichen Trägern und von freigemeinnützigen Trägern betrieben. Anders als bei niedergelassenen Ärzten, die durch unternehmerisches Geschick großen Einfluss auf das eigene Gehalt nehmen können, ist das Einkommen von Klinikärzten vertraglich geregelt.

Nachfolgend ist dargestellt, wie viel Ärzte an einem kommunalen Krankenhaus, an Unikliniken, an Krankenhäusern in kirchlicher Trägerschaft und an Häusern der vier größten privaten Betreiber Helios, Asklepios, Sana und Rhön verdienen.

Einstiegsgehalt als Assistenzarzt in Uniklinik und Privatklinik

Am meisten Gehalt bekommen Assistenzärzte im 1. Arbeitsjahr bei Helios gezahlt, nämlich 4.866 Euro/brutto pro Monat. Tatsächlich dürfte es noch etwas mehr sein, weil insbesondere Assistenzärzte oft für Bereitschaftsdienste verpflichtet werden, die pro Dienst noch einmal mit rund 300 Euro zusätzlich vergütet werden.

Einstiegsgehalt als Facharzt in Uniklinik und Privatklinik

 

Auch Fachärzte im ersten Arbeitsjahr bekommen bei Helios am meisten Geld, nämlich 6.276 Euro/brutto pro Monat bei einer Vollzeitanstellung von 40 Stunden/Woche. Noch etwas mehr gibt es bei kirchlichen Trägern. Allerdings müssen Fachärzte hier laut Tarifvertrag 42 Stunden pro Woche arbeiten.

Einstiegsgehalt als Oberarzt in Uniklinik und Privatklinik

Und wie sieht es mit Einstiegsgehalt von Oberärzten aus? Die Helios-Kliniken sind auch hier ganz vorn. Oberärzte verdienen in der Klinikgruppe über 400 Euro mehr pro Monat in Kliniken kommunaler Träger.

Zum Vergleich: Frischgebackene Juristen verdienen – je nach Kanzleigröße – zwischen 50.000 Euro und 77.000 Euro Brutto pro Jahr.  Die obigen Übersichten zeigen, dass sich die Gehälter der Ärzte bei den verschiedenen Arbeitgebern nur um wenige  hundert Euro voneinander unterscheiden. Dies liegt vor allem daran, dass der Marburger Bund an der Ausgestaltung vieler Verträge beteiligt ist und sich für eine faire Preisgestaltung einsetzt. Die Tabellen zeigen außerdem: Ärzte an kommunalen Kliniken verdienen dank der Tariferhöhungen inzwischen ähnlich viel wie Ärzte an privaten Kliniken.

Insgesamt lässt sich sagen: Der Gehaltszettel ist für Personaler beim Buhlen um neue Fachkräfte kein wichtiges Argument. Denn er sieht bei der Konkurrenz fast genauso aus.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Health Relations, dem Online-Magazin des Deutschen Ärzteverlags für die Healthcare-Branche (30.7.2019). Die Diagramme mit den Einstiegsgehältern wurden entsprechend der aktuellen Tarifverträge angepasst (Stand März /2020).

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