Kliniken haben zu wenig Geld für Investitionen

20 Februar, 2020 - 11:40
Dr. Sabine Glöser

Nach Auffassung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vernachlässigen die Bundesländer nach wie vor ihre Pflicht, Investitionen der Krankenhäuser zu finanzieren. Allein in den letzten zehn Jahren hat sich ein Investitionsstau von mindestens 30 Milliarden Euro aufgetürmt, wie eine Bestandsaufnahme der DKG zu Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung ergab.

Demnach sind die Investitionsmittel der Krankenhäuser von knapp 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2017 leicht auf 3,04 Milliarden im Jahr 2018 gestiegen. Doch gehe dies vor allem auf das Bundesland Bayern zurück, das seine Fördermittel um 140 Millionen Euro aufgestockt habe. Allerdings werde dieser leichte Aufwärtstrend in einigen wenigen Bundesländern die gewaltige Investitionslücke von fast vier Milliarden Euro pro Jahr nicht schließen können. „Deutschland droht den Anschluss an internationale Standards zu verlieren und bleibt beim Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen weit hinter anderen Staaten zurück“, sagte DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß. Auch für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege und ein attraktives Arbeitsumfeld insgesamt seien dringend Investitionen nötig.

Darüber hinaus beschreibt der DKG-Bericht einen tief greifenden Wandel der Krankenhauslandschaft in Deutschland. Seit dem Jahr 1991 hat sich danach die Zahl der Krankenhäuser um mehr als 20 Prozent verringert. Zugleich lag die Zahl der Krankenhausfälle mit knapp 19,4 Millionen auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Diese Zahlen machten deutlich, erläuterte Gaß, dass der Rückgang von Krankenhäusern weiter fortschreite. Doch dieser Prozess sei nicht strukturiert und durch eine aktive Krankenhausplanung erzeugt, sondern vielmehr Ergebnis einer ungesteuerten Strukturbereinigung auf kaltem Weg.

„Die Krankenhäuser sind ein zentraler Bestandteil unserer sozialen Infrastruktur und Basis unseres Sozialstaats“, unterstrich der DKG-Präsident. „Es muss die gemeinsame und vordringliche Aufgabe des Bundes und der Länder sein, diese Infrastruktur zu sichern und weiterzuentwickeln.“

Dtsch Arztebl 2020; 117(7): [4]

Das könnte Sie auch interessieren: