
Im Wettbewerb um Fachkräfte werben Arbeitgeber oft mit Leistungen, die über das Gehalt hinausgehen. Seit 2019 hat sich die Zahl der ausgeschriebenen Benefits von durchschnittlich 3,6 auf 9,6 Zusatzleistungen pro Stelle fast verdreifacht. Das zumindest ergab eine Analyse der Bertelsmann Stiftung.
Den Ergebnissen zufolge stehen entgeltähnliche Leistungen ganz oben auf der Liste der Benefits. Sie werden in 67 Prozent der Stellenanzeigen angeboten. Dazu zählen Sonderzahlungen, eine betriebliche Altersvorsorge und Rabatte für Mitarbeitende. 2024 verdrängten diese geldwerten Vorteile Extras aus dem Bereich Entwicklungsperspektive von der Spitze. Dazu gehören gute Aufstiegsmöglichkeiten, ein sicherer Arbeitsplatz und begleitendes Mentoring. Immer wichtiger wird demnach die Aussicht auf flexible Arbeitszeitmodelle, die Arbeitgeber in 37 Prozent der Stellenanzeigen anbieten. Gleitzeit, Homeoffice oder Vertrauensarbeitszeit zählen immer öfter zum Standardrepertoire von Arbeitgeber. Wichtiges Detail: Nur gut ein Drittel der Anzeigen gibt Hinweise auf das Gehalt. Insbesondere in den höher qualifizierten Berufen und selbst in Berufen mit besonders großem Fachkräftemangel verzichten Arbeitgeber oft auf Transparenz.
Für Unternehmen sei es wichtig, sich von Mitbewerbern abzusetzen, sagte Roman Wink, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung. Der Kampf um Fachkräfte werde intensiv geführt. Warme Worte über ein gutes Betriebsklima und eine Duz-Kultur zeigten längst keine Wirkung mehr. „Wer Fachkräfte sucht, muss ein überzeugendes Benefit-Paket schnüren“, betonte er. „Attraktive Zusatzleistungen sind längst kein Bonbon mehr, sondern ein zentraler Hebel im Wettbewerb um Arbeitskräfte.“
Für die Analyse wertete die Bertelsmann Stiftung zwischen Anfang 2019 und Ende 2024 mit Daten ihres Jobmonitors 34 Millionen Online-Stellenanzeigen aus. Die Benefits wurden auf Basis eines Algorithmus extrahiert, den das Institut der deutschen Wirtschaft Köln entwickelte.
Dtsch Arztebl 2025; 122(20): [4]


