Guter Kontakt mit Kollegen motiviert im Arbeitsalltag

2 März, 2021 - 07:43
Dr. Sabine Glöser
Zusammenhalt Kollegen

Je positiver der soziale Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen ist, desto motivierter und empathischer sind insbesondere ältere Beschäftigte. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Arbeits- und Organisationspsychologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU).

Das Team um Dr. Ulrike Fasbender zeigte in Untersuchungen, an denen knapp 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilnahmen, dass ein qualitativ hochwertiger Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen sowie positive soziale Interaktionen zu mehr sozialer Achtsamkeit und Empathie führten. Direkte Folge dieser Offenheit für die Bedürfnisse anderer sei eine erhöhte Bereitschaft, Kolleginnen und Kollegen dabei zu unterstützen, schwierige oder zeitkritische Aufgaben zu lösen. Auch die Motivation zu emotionaler Unterstützung steige deutlich.

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Stade
02.04.2021, DEPVA GmbH

Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen prägt den Arbeitsalltag. Den Ergebnissen zufolge hat er großen Einfluss auf die Motivation und das eigene Verhalten. Die Effekte positiver sozialer Interaktionen haben sich insbesondere auf die Motivation der älteren Mitarbeitenden ausgewirkt. Ältere Beschäftigte, vermuten die Wissenschaftler, hätten nur noch eine relativ überschaubare Zeitspanne eigener beruflicher Zukunft vor sich und interessierten sich daher weniger für Wachstum und Weiterentwicklung. Sozial-emotional bedeutsame Erfahrungen würden für Ältere dagegen umso wichtiger. Dabei sei nicht die Quantität, sondern vielmehr die Qualität der sozialen Interaktionen entscheidend.

Die Studienautoren schlagen Unternehmen vor, Gelegenheiten für einen qualitativ-hochwertigen Kontakt zwischen Kolleginnen und Kollegen zu initiieren, zum Beispiel in Form von Mentoringprogrammen, Trainings und anderen Gelegenheiten zum Netzwerken. Das seien einfache Maßnahmen, um einen positiven Austausch zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Altersgruppen zu fördern. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Personnel Psychology erschienen (doi: 10.1111/peps.12359).

Dtsch Arztebl 2021; 118(9): [4]

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