
Während einige Krankenhäuser in Deutschland bereits umfassende Strategien zum Klimaschutz verfolgen, haben andere noch großen Nachholbedarf. Entscheidend für den Erfolg von Klimaschutzmaßnahmen sind strategische Führung und eine gezielte Kommunikation der Krankenhausleitungen. Das zumindest ergab eine Studie der Universität Witten/Herdecke.
Lara Schmidt, Doktorandin am Lehrstuhl für Management und Innovation im Gesundheitswesen, und Lehrstuhlinhaberin Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko analysierten anhand einer bundesweiten Onlinebefragung von Krankenhausleitungen, wie diese Klimaschutz organisieren und kommunizieren. Die Forscherinnen identifizierten mittels Clusteranalyse vier Typen von Krankenhäusern, die sich in ihrer Herangehensweise an Klimaschutzmaßnahmen unterscheiden. Sie reichten von „ambitionierten Neulingen“ mit kaum strategischer Ausrichtung bis hin zu „gut aufgestellten Profis“, die Klimaschutz bereits institutionell verankert haben.
Den Ergebnissen zufolge zeichnet sich die Gruppe der Profis durch klare Zuständigkeiten, regelmäßige Kommunikation zum Klimaschutz und ein strategisches Nachhaltigkeitsmanagement aus. Damit motivierten die Profis auch die Mitarbeitenden, sich im Klinikalltag für Klimaschutz einzusetzen. „Unsere Ergebnisse unterstreichen die Schlüsselrolle der Krankenhausleitungen bei der Umsetzung effektiver Klimaschutzmaßnahmen“, sagte Schmidt. „Ohne klare Führung und Kommunikation bleibt das Potenzial der Mitarbeitenden ungenutzt.“
Aus Sicht der Autorinnen bieten die identifizierten Strategietypen den Kliniken eine Möglichkeit, die eigene Position zum Klimaschutz einzuordnen und nächste Schritte zu planen. Vor dem Hintergrund wachsender regulatorischer Anforderungen an Nachhaltigkeit und Berichtspflichten liefere die Studie eine Grundlage, um Klimaschutz im Alltag zu verankern. Die Studie ist in der Fachzeitschrift „PLOS One“ erschienen (DOI: 10.1371/journal.pone.0312661).
Dtsch Arztebl 2025; 122(18): [4]



