
Über wichtige Erfahrungen, gewonnene Einsichten und ausgefallene Wünsche spricht aerztestellen.de mit erfolgreichen Ärztinnen und Ärzten. Dieses Mal stellt sich Dr. med. Maximilian Knöner unseren Fragen. Er ist seit 1. Oktober 2025 Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie in der Medizinischen Klinik II des St. Marienhospitals Vechta.
Herr Dr. Knöner, warum eigentlich haben Sie sich auf die Gastroenterologie spezialisiert?
Dr. Maximilian Knöner: Da sind zwei Dinge zusammengekommen. Schon früh arbeitete ich gern mit meinem Vater zusammen handwerklich. Wir hatten viele gemeinsame Projekte, sogar noch während meines Studiums. Gleichzeitig reizte es mich schon immer, Ursachen zu verstehen, Probleme zu durchdenken und Lösungen zu finden. Beinahe wäre ich Allgemeinchirurg geworden. Am Ende habe ich mich für die Gastroenterologie entschieden, weil sie für mich genau die richtige Kombination ist: Auf der einen Seite erfordert die Endoskopie handwerkliches Geschick, auf der anderen Seite muss man komplexe internistische Zusammenhänge beurteilen. Das passt einfach zu mir!
Was ist für Sie unabdingbar, damit Sie gut arbeiten können?
Dr. Maximilian Knöner: Wichtig ist mir, dass wir im Team eine gute Stimmung haben. Ich lege Wert darauf, dass wir offen miteinander umgehen, Belastungen wahrnehmen, Probleme ansprechen und bestenfalls gemeinsam lösen.
Wie lautet der beste Rat, den Sie auf Ihrem Karriereweg bekommen haben?
Dr. Maximilian Knöner: Einen einzelnen „besten Rat“ kann ich gar nicht herausgreifen. Was mich am meisten geprägt hat, ist etwas, das ich über viele Jahre in der Zusammenarbeit mit einer sehr geschätzten Oberärztin lernte: Es geht nicht nur um Befunde und Diagnosen, sondern um den ganzen Menschen mit seiner Lebenssituation. Dieses Verständnis versuche ich jeden Tag mit meinem eigenen Handeln weiterzugeben.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Dr. Maximilian Knöner: Ich mag Menschen, die geradeheraus sind und klar sagen, was sie denken.
Was treibt Sie an?
Dr. Maximilian Knöner: Der Espresso am Morgen.
Mit wem würden Sie gern einmal einen Abend verbringen?
Dr. Maximilian Knöner: Mit Fritz Stern, wenn er noch leben würde. Seine Biografie ,Fünf Deutschland und ein Leben‘ hat mich beeindruckt.
Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzte?
Dr. Maximilian Knöner: Lassen Sie sich weder von äußeren Bedingungen noch von eigenen Zweifeln entmutigen. Mit dem Studium haben Sie eine gute und richtige Entscheidung getroffen.
Wie gelingt Ihnen eine gesunde Work Life Balance?
Dr. Maximilian Knöner: Daran arbeite ich gerade … Insbesondere nach einem Stellenwechsel überwiegt sicherlich die Arbeit. Allerdings kann man diesen anspruchsvollen Job langfristig nur mit ausreichender Erholung qualitativ zufriedenstellend ausführen.
Woran mangelt es dem deutschen Gesundheitssystem?
Dr. Maximilian Knöner: Die Integration der Weiterbildung in den laufenden Klinikbetrieb ist eine der größten praktischen Hürden: Notfälle, Schichtdienst und Engpässe führen oft dazu, dass sich die Weiterbildung nur schwer umsetzen lässt. Ich würde mir seitens der Gesundheitspolitik diesbezüglich mehr Beachtung wünschen. Zudem erscheint mir die Ambulantisierung zwar in vielen Fällen sinnvoll und notwendig. Doch bei ausgewählten gastroenterologischen Prozeduren kann sie die Sicherheit und Versorgungsqualität beeinträchtigen. Für diese Fälle wünsche ich mir mehr ärztlichen Entscheidungsspielraum, der anschließend nicht infrage gestellt werden kann.
Wann sind Sie glücklich?
Dr. Maximilian Knöner: Am glücklichsten bin ich, wenn ich Zeit mit meiner Familie verbringe. Es mag die häufigste Antwort sein – doch für mich sind Familie und Gesundheit das Wichtigste im Leben. Erfüllung finde ich außerdem nach einem Tag im Garten, wenn die eigene Arbeit sichtbar wird.



