Dr. Otte: „Mir ist eine offene und wertschätzende Kommunikation sehr wichtig“

4 Dezember, 2025 - 08:02
Dr. Sabine Glöser
Köpfe und Karriere: Dr. med. Saskia Otte
Dr. med. Saskia Otte ist seit 1. Oktober 2025 Chefärztin der Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg-Volksdorf.

Über wichtige Erfahrungen, gewonnene Einsichten und ausgefallene Wünsche spricht aerztestellen.de mit erfolgreichen Ärztinnen und Ärzten. Dieses Mal stellt sich Dr. med. Saskia Otte unseren Fragen. Sie ist seit 1. Oktober 2025 Chefärztin der Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg-Volksdorf.

Frau Dr. Otte, warum eigentlich haben Sie sich auf die Geriatrie spezialisiert?

Dr. med. Saskia Otte: Eine meiner Assistenzärztinnen sagte einmal, in der Geriatrie würden Menschen arbeiten, die Menschen mögen. Das unglaublich nette interdisziplinäre Team mit viel Freude an Aus- und Weiterbildung, das ich im PJ in der Geriatrie kennenlernte, war tatsächlich der Grundstein meiner Entscheidung für das Fach. Mit der Zeit habe ich den ganzheitlichen Ansatz der Geriatrie inklusive sozialmedizinischer Aspekte und den zu beobachtenden Fortschritten in der Frührehabilitation mehr und mehr zu schätzen gelernt. Die Arbeit mit und für hochaltrige Patientinnen und Patienten, die mit zu der vulnerabelsten Gruppe in unserer Gesellschaft gehören, ist bereichernd.

Was ist für Sie unabdingbar, damit Sie gut arbeiten können?

Dr. med. Saskia Otte: Organisatorisch braucht es eine grundlegende Struktur des Krankenhauses mit klaren Verantwortlichkeiten und einer Verbindlichkeit von Absprachen, damit die einzelnen Abteilungen reibungslos arbeiten können. Zunehmend wichtiger wird das Thema der ausreichenden Personaldecke. Altersmedizin ist „Kümmermedizin“ und damit ein sehr personalintensives Fach. Hier kommt es wegen des wirtschaftlichen Drucks und des Fachkräftemangels zunehmend zu Engpässen. Intern wie auch in Kooperation mit den anderen Kliniken ist mir eine offene und wertschätzende Kommunikation sehr wichtig.

Wie lautet der beste Rat, den Sie auf Ihrem Karriereweg bekommen haben?

Dr. med. Saskia Otte: Schau es dir an und probiere es aus!

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Dr. med. Saskia Otte: Wertschätzung, Toleranz und Initiative.

Was treibt Sie an?

Dr. med. Saskia Otte: Ich habe Dinge gern „erledigt“ und zudem ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein.

Mit wem würden Sie gern einmal einen Abend verbringen?

Dr. med. Saskia Otte: Ich nahm mehr als zwei Jahre an einem Postgraduierten-Kolleg für europäische Geriater teil (EAMA- European Academy of Medicine of Ageing). Mit dieser Truppe würde ich gern noch einmal zusammenkommen. Das hat großen Spaß gemacht und war immer inspirierend.

Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzten?

Dr. med. Saskia Otte: Manchmal irritiert die unterschiedliche Herangehensweise verschiedener Fach- und Oberärztinnen und -ärzte an ein Problem. In diesem Fall rate ich dazu: Schau, welcher Stil dir am besten gefällt, welcher zu deiner Persönlichkeit am besten passt und finde so deinen eigenen Weg, natürlich immer unter Kenntnis der Leitlinien.

Wie gelingt Ihnen eine gesunde Work-Life-Balance?

Dr. med. Saskia Otte: Wenn die Arbeit Spaß bringt und ich sie als sinnstiftend empfinde, kann ich auch mit einem Ungleichgewicht phasenweise gut umgehen. Meine Familie nehme ich als unterstützend wahr und kann in meiner freien Zeit komplett von der Arbeit abschalten.

Woran mangelt es dem deutschen Gesundheitssystem?

Dr. med. Saskia Otte: Es mangelt leider häufig am ganzheitlichen Blick auf den Patienten und am Fokus auf Prävention und Nachsorge. Zudem ist die strikte Trennung der Sektoren mit dem einhergehenden Informationsverlust eine echte Erschwernis.

Wann sind Sie glücklich?

Dr. med. Saskia Otte: Wenn ich in der Sonne am Wasser sitze …

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