
Wer im Krankenhaus Karriere machen will, braucht neben fachlichen Qualifikationen auch andere Fähigkeiten. Prof. Dr. med. Sibu Mundi, Chefarzt der Abteilung für Neurologie am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach, berichtet über seine Erfahrungen auf dem Weg nach oben.
Herr Professor Mundi, was braucht es neben der fachlichen Leistung, um Chefarzt zu werden?
Prof. Dr. med. Sibu Mundi: Die Neurologie ist eines der faszinierendsten Fächer der Medizin. Als Chefarzt übersetze ich diese Faszination in eine greifbare Vision, die fachliche Expertise und Effizienz mit wertschätzender Zusammenarbeit und patientenzentriertem Handeln vereint.
Wie gelingt Ihnen der Spagat zwischen Medizin und Management?
Prof. Dr. med. Sibu Mundi: Das muss kein Spagat sein. Ich bin Arzt geworden, um Menschen zu helfen. Diese Mission setze ich heute auf breiterer Ebene um. Als Chefarzt entwickle ich Versorgungsstrukturen, die vielen Patientengruppen zugutekommen. Das ist keine Last, sondern eine bereichernde Aufgabe.
Was ist für Sie als Chefarzt die größte, nicht fachliche Herausforderung im Klinikalltag?
Prof. Dr. med. Sibu Mundi: Wenn Faktoren wie ein hohes Patientenaufkommen oder personelle Engpässe mein Team belasten, trifft mich das persönlich. Meine Aufgabe ist dann echte Führung: präsent sein, mit anpacken, gemeinsam Lösungen finden.
Warum interessieren sich immer weniger Ärztinnen und Ärzte für eine Karriere im Krankenhaus?
Prof. Dr. med. Sibu Mundi: Ich beobachte Gegenläufiges. Mehrere Kolleginnen und Kollegen haben sich nach Erfahrungen in der Niederlassung bewusst für eine Rückkehr in die Klinik entschieden. Das bietet einzigartige Chancen: die volle Bandbreite des Fachs erleben, in multiprofessionellen Teams und frei von der Sorge vor Regressen arbeiten.
Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzten, die nach oben wollen?
Prof. Dr. med. Sibu Mundi: Finden Sie heraus, was Sie antreibt. Karrierewege sind selten geradlinig, in den Tälern ist diese Selbsterkenntnis Ihr wichtigster Kompass. Suchen Sie sich ein Umfeld und eine Führung, die zu Ihren Werten passt – nicht umgekehrt.
Dtsch Arztebl 2025; 122(2): [4]



