
Während die Arbeitszufriedenheit von Mitarbeitenden im Laufe des Arbeitslebens meist stabil bleibt, nimmt sie in den zehn Berufsjahren vor dem Ruhestand leicht ab, insbesondere in den letzten Jahren. Das jedenfalls geht aus einer Studie hervor, für die ein internationales Forscherteam die Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) analysierte.
Weitere Ergebnisse: Zwischen den einzelnen Personengruppen gibt es deutliche Unterschiede. So beeinflussen die Faktoren Bildungsgrad, gesundheitlicher Zustand und familiäre Situation die Arbeitszufriedenheit vor dem Ruhestand. Menschen mit einer höherer Bildung oder einer guten Gesundheit haben demnach weniger Einbußen, was die Zufriedenheit mit ihrem Job betrifft. Darüber hinaus ist auch der Zeitpunkt des Übergangs in den Ruhestand ein wichtiger Faktor. Mitarbeitende, die später in den Ruhestand gehen, sind den Ergebnissen zufolge tendenziell zufriedener mit ihrer Arbeit und weisen auch geringere Rückgänge ihrer Zufriedenheit auf. „Dies könnte darauf hindeuten, dass die Entscheidung für einen späteren Ruhestand mit einem positiven Arbeitsumfeld zusammenhängt“, sagte einer der Studienautoren, Dr. Georg Henning vom Deutschen Zentrum für Altersfragen.
Nach Einschätzung Hennings unterstreichen die Ergebnisse, wie bedeutsam eine altersgerechte Arbeitsgestaltung ist und wie wichtig Maßnahmen sind, die die Arbeitszufriedenheit älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fördern. „In Zeiten des demografischen Wandels und einer steigenden Regelaltersgrenze ist es entscheidend, ein motivierendes Arbeitsumfeld zu schaffen und die Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu unterstützen“, betonte er.
Die Ergebnisse der Studie gelten speziell für Deutschland und nur für jene Beschäftigten, die direkt aus der Erwerbstätigkeit in den Ruhestand gehen. Die Studie ist in der Fachzeitschrift European Journal of Ageing erschienen (DOI: 10.1007/s10433–024–00830–0).
Dtsch Arztebl 2025; 122(4): [4]



