Mehr Krankenhäuser mit erhöhtem Insolvenzrisiko

13 August, 2020 - 07:23
Dr. Sabine Glöser
Insolvenz

Im Jahr 2018 hat sich die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser weiter verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt der Krankenhaus-Rating-Report 2020, den das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und die Institute for Healthcare Business GmbH erstellt haben. Der Report basiert auf 515 Jahresabschlüssen von Krankenhäusern aus dem Jahr 2017 und 525 aus dem Jahr 2018.

Den Ergebnissen zufolge ist der Anteil der Krankenhäuser mit einem erhöhten Insolvenzrisiko von 11 Prozent im Jahr 2017 auf 13 Prozent im Jahr 2018 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich 2018 zudem der Anteil der Krankenhäuser erhöht, die auf Konzernebene einen Verlust geschrieben hat, und zwar von 27 Prozent auf 29 Prozent. Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist aus Sicht der Autoren der weitere Rückgang der stationären Fallzahl im Jahr 2018 um 0,1 Prozent. Als Gründe dafür nennen sie den zunehmenden Fachkräftemangel, intensivere Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung und eine zunehmende Ambulantisierung der Medizin.

Weitere Details: Große Krankenhäuser haben typischerweise ein besseres Rating als kleine. Offenbar beeinflusst ein hoher Grad an Spezialisierung das Rating und die Patientenzufriedenheit positiv. Außerdem schneiden Kliniken in freigemeinnütziger und privater Trägerschaft durchschnittlich besser ab als kommunale Kliniken. Im Vergleich der Regionen fällt das Rating am schlechtesten in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern aus, signifikant besser in Ost-Deutschland.

Erstmals hat der Report Faktoren der Patientenzufriedenheit mit der ärztlichen und pflegerischen Versorgung untersucht. Demnach ist die Zufriedenheit insgesamt hoch, am besten ist sie in Ostdeutschland, gefolgt von Süddeutschland. Darüber hinaus sind Patienten in städtisch geprägten Gebieten mit der ärztlichen Versorgung zufriedener als Patienten in ländlichen Regionen, mit der pflegerischen Betreuung sind sie indessen unzufriedener.

Dtsch Arztebl 2020; 117(33-34): [4]

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