Im Ausland arbeiten: Wohin zieht es Ärztinnen und Ärzte?

11 Mai, 2022 - 07:11
Stefanie Hanke
Hinweisschild "Deutsche Ärzte" und "Shopping Center" auf Gran Canaria
Gerade in touristischen Regionen wie hier auf Gran Canaria sind deutsche Ärzte gefragt. Insgesamt 27 Ärztinnen und Ärzte wanderten 2020 nach Spanien aus.

Wie wäre es eigentlich, für eine Weile oder dauerhaft im Ausland zu leben und zu arbeiten? Im Jahr 2021 haben insgesamt 1.916 ursprünglich in Deutschland tätige Ärztinnen und Ärzte ihre Koffer gepackt und den Traum vom Job in einem anderen Land wahr gemacht. Welche Länder dabei am beliebtesten waren, erfahren Sie im Beitrag.

Besonders interessant für Ärztinnen und Ärzte waren dabei unsere europäischen Nachbarn: Wie schon in den vergangenen Jahren waren die Schweiz (591), Österreich (271) und Griechenland (73) besonders beliebte Ziele. Insgesamt 759 Ärztinnen und Ärzte sind in andere EU-Länder abgewandert. 

USA: Beliebtestes Land außerhalb Europas

Doch auch Länder außerhalb Europas zogen 2020 Ärztinnen und Ärzte aus Deutschland an. Wenig überraschend: Spitzenreiter sind hier die USA. 73 Ärztinnen und Ärzte wandten sich neuen Aufgaben jenseits des Atlantiks zu. Insgesamt 108 Medizinerinnen und Mediziner zog es nach Asien. Hier sticht allerdings kein einzelnes Land besonders hervor. In der Statistik tauchen mehrere Länder mit kleinen Zuwanderer-Zahlen auf. Darunter sind unter anderem Israel (14), China, Japan, Jordanien und Indien (jeweils 3). Von den insgesamt 22 Ärztinnen und Ärzten, die in Südamerika eine neue Heimat fanden, ließen sich acht in Brasilien nieder. Der afrikanische Kontitent war das Ziel von 44 Ärztinnen und Ärzten. Davon gingen zehn nach Ägypten und acht nach Libyen, andere afrikanische Staaten tauchen jeweils nur mit einem Zuwanderer in der Statistik auf.

Die Gründe der Abwanderung werden in der Statistik der Bundesärztekammer nicht erfasst. Allerdings sind für verschiedene Regionen unterschiedliche Gründe denkbar. So locken beispielsweise in der Schweiz und den USA deutlich höhere Gehälter als in Deutschland. Bei Ländern wie Spanien oder Italien könnte der Aspekt "Arbeiten, wo andere Urlaub machen" eine Rolle spielen. In andere Regionen wie beispielsweise Syrien oder Libyen zieht es Mediziner vermutlich eher aus humanitären Gründen. Und: Ein gutes Drittel der abgewanderten Ärztinnen und Ärzte (835), die zuvor in Deutschland tätig waren, hat keine deutsche Staatsangehörigkeit. Denkbar ist also auch, dass einige nach dem Medizinstudium und der Facharzt-Weiterbildung in Deutschland wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind.

Wieder mehr Auswanderer

In der Statistik fällt auch auf: Während 2020 deutlich weniger Ärztinnen und Ärzte Deutschland den Rücken kehrten als noch 2019, kehrt sich der Trend nun um. So verließen 2019 insgesamt 1.862 Mediziner die Bundesrepublik, 2020 waren es 1.674. Während die Zahl der Abwanderer in andere europäische Staaten etwa gleich blieb, stieg sie in anderen Regionen wieder leicht an. So wanderten 2020 noch 54 Ärztinnen und Ärzte aus Deutschland in die USA aus, 2021 waren es 73. Grund für den Rückgang im Jahr 2020 könnte die verringerte Mobilität durch die Corona-Pandemie sein.

Quelle: Ärztestatistik der Bundesärztekammer 2021

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