Im Ausland arbeiten: Wohin zieht es Ärztinnen und Ärzte?

17 Mai, 2021 - 07:11
Stefanie Hanke
Deutsche Ärzte Ausland
Gerade in touristischen Regionen wie hier auf Gran Canaria sind deutsche Ärzte gefragt. Insgesamt 27 Ärztinnen und Ärzte wanderten 2020 nach Spanien aus.

Wie wäre es eigentlich, für eine Weile oder dauerhaft im Ausland zu leben und zu arbeiten? Im Jahr 2020 haben insgesamt 1.674 ursprünglich in Deutschland tätige Ärztinnen und Ärzte ihre Koffer gepackt und den Traum vom Job in einem anderen Land wahr gemacht. Welche Länder dabei am beliebtesten waren, erfahren Sie im Beitrag.

Besonders interessant für Ärztinnen und Ärzte waren dabei unsere europäischen Nachbarn: Wie schon in den vergangenen Jahren waren die Schweiz (555), Österreich (274) und Griechenland (62) besonders beliebte Ziele. Insgesamt 799 Ärztinnen und Ärzte sind in andere EU-Länder abgewandert. 

USA: Beliebtestes Land außerhalb Europas

Doch auch Länder außerhalb Europas zogen 2020 Ärztinnen und Ärzte aus Deutschland an. Wenig überraschend: Spitzenreiter sind hier die USA. 54 Ärztinnen und Ärzte wandten sich neuen Aufgaben jenseits des Atlantiks zu. Insgesamt 83 Mediziner zog es nach Asien. Hier sticht allerdings kein einzelnes Land besonders hervor. In der Statistik tauchen mehrere Länder mit jeweils einstelligen Zuwanderer-Zahlen auf. Darunter sind unter anderem Israel (6), Indien und Indonesien (jeweils 5), Syrien (4) und China (3). Von den insgesamt 17 Ärztinnen und Ärzten, die in Südamerika eine neue Heimat fanden, ließen sich fünf in Brasilien nieder. Der afrikanische Kontitent war das Ziel von 26 Ärztinnen und Ärzten. Davon gingen jeweils vier nach Ägypten und Libyen, andere afrikanische Staaten tauchen jeweils nur mit einem Zuwanderer in der Statistik auf.

Die Gründe der Abwanderung werden in der Statistik der Bundesärztekammer nicht erfasst. Allerdings sind für verschiedene Regionen unterschiedliche Gründe denkbar. So locken beispielsweise in der Schweiz und den USA deutlich höhere Gehälter als in Deutschland. Bei Ländern wie Spanien oder Italien könnte der Aspekt "Arbeiten, wo andere Urlaub machen" eine Rolle spielen. In andere Regionen wie beispielsweise Syrien oder Libyen zieht es Mediziner vermutlich eher aus humanitären Gründen. Und: Ein gutes Drittel der abgewanderten Ärztinnen und Ärzte (762), die zuvor in Deutschland tätig waren, hat keine deutsche Staatsangehörigkeit. Denkbar ist also auch, dass einige nach dem Medizinstudium und der Facharzt-Weiterbildung in Deutschland wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind.

Trend zur Abwanderung rückläufig

In der Statistik fällt auch auf: 2020 kehrten deutlich weniger Ärztinnen und Ärzte Deutschland den Rücken als noch 2019. So verließen 2019 insgesamt 1.862 Mediziner die Bundesrepublik. Während die Zahl der Abwanderer in andere europäische Staaten etwa gleich blieb,  ging sie in anderen Staaten um etwa die Hälfte zurück. So wanderten 2019 noch 103 Ärztinnen und Ärzte aus Deutschland in die USA aus, 2020 waren es nur 54. Grund dafür könnte die durch die Corona-Krise insgesamt zurückgegangene Mobilität sein.

Quelle: Ärztestatistik der Bundesärztekammer 2020

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