Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Christine M. Freitag: „Eine gute Versorgung ist nur im Team möglich“

9 Mai, 2023 - 07:10
Dr. Sabine Glöser
Karriere konkret: Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Christine M. Freitag
Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Christine M. Freitag ist Direktorin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Frankfurt.

Wer im Krankenhaus Karriere machen will, braucht neben fachlichen Qualifikationen auch andere Fähigkeiten. Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Christine M. Freitag, Direktorin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Frankfurt, berichtet über ihre Erfahrungen auf dem Weg nach oben.

Frau Professorin Freitag, was braucht es neben der fachlichen Leistung, um Chefärztin zu werden?

Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Christine M. Freitag: Eine zukünftige Chefärztin sollte Freude am Führen sowie der Weiterentwicklung, Förderung und Begleitung von Menschen haben. Zudem ist die interdisziplinäre, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Pflegeteam und weiteren professionellen Gruppen der Krankenversorgung und den Sekretariaten wesentlich, da eine gute Patientenversorgung nur im Team möglich ist.

Wie gelingt Ihnen der Spagat zwischen Medizin und Management?

Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Christine M. Freitag: Hilfreich ist, Klinik und Management nicht als sich gegenseitig konkurrierende Aufgaben zu sehen. Und ein gutes Management gelingt nur mit Unterstützung der ärztlichen, kaufmännischen und pflegerischen Direktion einer Klinik.

Was ist für Sie als Chefärztin die größte, nicht fachliche Herausforderung im Klinikalltag?

Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Christine M. Freitag: Die überbordende Bürokratie, die in den letzten zehn bis 15 Jahren enorm zugenommen hat und immer mehr Ressourcen abzieht vom Zeitbudget für Patienten sowie für Forschung und Lehre.

Wann ist eine Klinik ein guter Arbeitgeber?

Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Christine M. Freitag: Neben gut organisierten Arbeitsprozessen halte ich ein gutes Arbeitsklima sowie einen verlässlichen Umgang mit Mitarbeitenden für wichtig, ebenso eine gute Einarbeitung und Supervision sowie regelmäßige Personalgespräche verbunden mit einem zügigen Ansprechen und Lösen von Konflikten.

Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzten, die nach oben wollen?

Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Christine M. Freitag: Nutzen Sie die Chancen, die sich Ihnen bieten. Versuchen Sie, fachlich sehr gut zu werden und Führungskompetenzen gemäß Ihrer Karrierestufe zu erwerben. Setzen Sie Prioritäten und bringen Sie sich aktiv ein.

Dtsch Arztebl 2023; 120(19): [2]

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