Dr. Stegbauer: „Die Arbeitsmedizin bietet eine reizvolle Verbindung“

18 August, 2020 - 08:34
Dr. Sabine Glöser
Dr. Michael Stegbauer
Dr. med. Michael Stegbauer ist seit 1. April 2020 neuer Ärztlicher Direktor der BG Klinik für Berufskrankheiten in Bad Reichenhall.

Über wichtige Erfahrungen, gewonnene Einsichten und ausgefallene Wünsche spricht aerztestellen.de mit erfolgreichen Ärztinnen und Ärzten. Dieses Mal stellt sich Dr. med. Michael Stegbauer unseren Fragen. Seit 1. April 2020 ist er neuer Ärztlicher Direktor der BG Klinik für Berufskrankheiten in Bad Reichenhall.

Warum eigentlich sind Sie Arbeitsmediziner geworden?

Dr. Michael Stegbauer: Das Fachgebiet Arbeitsmedizin bietet die reizvolle Verbindung von Medizin, Technik und sozialrechtlichen Vorgaben und macht eine Tätigkeit in Prävention, Früherkennung und Rehabilitation möglich. Diese Kombination bietet kaum eine andere Fachrichtung.

Was ist für Sie unabdingbar, damit Sie gut arbeiten können?

Dr. Michael Stegbauer: Wichtig sind für mich konkrete Ziele und umsetzbare Konzepte, um diese Ziele zu erreichen. Darüber hinaus ist kollegiale Unterstützung ein wesentlicher Faktor.

Wie lautet der beste Rat, den Sie auf Ihrem Karriereweg bekommen haben?

Dr. Michael Stegbauer: Von mir sehr geschätzte, leitende Persönlichkeiten handelten nach den vielleicht etwas antiquiert klingenden Grundsätzen „Führung durch Vorbild“ und „Alles ist Chefsache“. Ebenso haben sie mir die Bedeutung kundenorientierten Handelns ans Herz gelegt.

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Dr. Michael Stegbauer: Engagement, Eigeninitiative, Loyalität und Verlässlichkeit sind im kollegialen Kontext unverzichtbar. Aber auch Freundlichkeit und Fairness sind natürlich immer gefragt.

Was treibt Sie an?

Dr. Michael Stegbauer: Ich betrachte es als meine Verpflichtung, in einer sehr gut funktionierenden Klinik Erreichtes zu sichern, auszubauen und wo immer möglich die Qualität zu steigern. Zudem bemühe ich mich, einen konstruktiven Führungsstil zu verwirklichen.

Mit wem würden Sie gern einmal einen Abend verbringen?

Dr. Michael Stegbauer: Ich denke, ein inspirierender Abend lebt von einer guten Kommunikation mit interessanten Menschen, die durchaus in nicht-medizinischen Lebensbereichen zuhause sein können. Auch sonst bin ich offen für alle neuen Begegnungen.

Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzten?

Dr. Michael Stegbauer: Bleiben Sie bei aller Spezialisierung flexibel in Ihren beruflichen Zielen. Bemühen Sie sich, einen Mentor für sich zu gewinnen. Bringen Sie sich in Netzwerke ein.

Wie gelingt Ihnen eine gesunde Work-Life-Balance?

Dr. Michael Stegbauer: Ich versuche, geistig und körperlich in Bewegung zu bleiben, Beziehungen zu pflegen und den Humor nicht zu verlieren. Manchmal kann es auch helfen, loszulassen und die Gegebenheiten so zu akzeptieren, wie sie sind.

Woran mangelt es dem deutschen Gesundheitssystem?

Dr. Michael Stegbauer: Meiner Erfahrung nach kommunizieren sowohl die Leistungserbringer untereinander als auch die jeweiligen Kostenträger nicht zeitnah genug. Diese Kommunikationsdefizite verursachen erheblich mehr Aufwand, um Informationen zu beschaffen.

Wann sind Sie glücklich?

Dr. Michael Stegbauer: Stabil laufende klinische Prozesse, der erfolgreiche Abschluss eines Projekts, eine im Konsens gefundene Lösung oder die spürbare Motivation der Mitarbeiter sind für mich immer wieder äußerst positive Erfahrungen. Aber natürlich gibt es auch private Anlässe glücklich zu sein.

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