Prof. Dr. Attenberger: „Interdisziplinarität ist ein Schlüssel für erfolgreiche radiologische Arbeit“

13 April, 2020 - 09:18
Dr. Sabine Glöser
Prof. Dr. med. Ulrike Attenberger

Über wichtige Erfahrungen, gewonnene Einsichten und ausgefallene Wünsche spricht aerztestellen.de mit erfolgreichen Ärztinnen und Ärzten. Dieses Mal stellt sich Prof. Dr. med. Ulrike Attenberger unseren Fragen. Sie hat am 1. Dezember 2019 die Leitung der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn übernommen.

Frau Prof. Attenberger, warum eigentlich sind Sie Radiologin geworden?

Prof. Dr. Ulrike Attenberger: Diese Wahl war mir zu Studienbeginn gar nicht so klar. Eigentlich wollte ich Internistin mit Schwerpunkt Kardiologie werden. Durch das Suchen einer Promotionsarbeit in der kardiovaskulären Bildgebung bin ich mit der Magnetresonanztomographie in Kontakt gekommen. Seitdem bin ich von dieser damals noch relativ jungen Technologie begeistert. Als Querschnittsfach ist die Radiologie Innovationstreiber für neue Technologien und steht in engem Austausch mit fast allen Fächern. Interdisziplinarität ist ein Schlüssel für erfolgreiche radiologische Arbeit in der Patientenbehandlung. In der interventionellen Radiologie schließt sich aber auch der Kreis von Diagnose und minimalinvasiver Therapie.

Was ist für Sie unabdingbar, damit Sie gut arbeiten können?

Prof. Dr. Ulrike Attenberger: Teamspirit, wertschätzungsgeprägte Zusammenarbeit auf allen Ebenen und eine gemeinsame Vision davon, was man erreichen möchte.

Wie lautet der beste Rat, den Sie auf Ihrem Karriereweg bekommen haben?

Prof. Dr. Ulrike Attenberger: „Lass Dich nicht von Konventionen stoppen“ und „Think outside the box“.

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Prof. Dr. Ulrike Attenberger: Intrinsische Motivation, Begeisterungsfähigkeit für die Sache, Denken in größerem Kontext und Teamfähigkeit.

Was treibt Sie an?

Prof. Dr. Ulrike Attenberger: Im Kampf gegen Krankheiten neue Ansätze zu entdecken sowie in der Teamarbeit zu inspirieren und inspiriert zu werden.

Mit wem würden Sie gern einmal einen Abend verbringen?

Prof. Dr. Ulrike Attenberger: Marie Curie und Coco Chanel.

Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzten?

Prof. Dr. Ulrike Attenberger: Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Das hängt jeweils von der individuellen Situation ab.

Wie gelingt Ihnen eine gesunde Work-Life-Balance?

Prof. Dr. Ulrike Attenberger: Durch klar definierte Auszeiten.

Woran mangelt es dem deutschen Gesundheitssystem?

Prof. Dr. Ulrike Attenberger: Erstens an einer flächendeckenden Digitalisierung und optimierten Prozessen, zum Beispiel einem stringenten Informationsfluss innerhalb der Klinik, aber auch zwischen Niedergelassenen und Klinikärzten, zweitens an einem langfristigen Konzept, dem Ärzte- und Pflegemangel zu begegnen, drittens an einem Konzept, dem demographischen Wandel zu begegnen und viertens einer raschen Integration neuer Entwicklungen in die klinische Anwendung.

Wann sind Sie glücklich?

Prof. Dr. Ulrike Attenberger: Ich habe dazu viele Anlässe, im beruflichen Umfeld zum Beispiel, wenn ich im interdisziplinären Kontext in Klinik und Wissenschaft meinen Beitrag geleistet habe, die Dinge, also diagnostische oder therapeutische Prozesse, weiterzuentwickeln.
 


Vorgestellt:

Prof. Dr. med. Ulrike Attenberger hat am 1. Dezember 2019 die Leitung der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn übernommen.

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