PD Dr. Casper: „Das Facettenreichtum der Gastroenterologie begeistert mich“

11 Juni, 2026 - 14:00
Dr. Sabine Glöser
Köpfe und Karriere: Priv.-Doz. Dr. Markus Casper
Priv.-Doz. Dr. med. Markus Casper ist seit 1. Januar 2026 Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Caritasklinikum Saarbrücken.

Über wichtige Erfahrungen, gewonnene Einsichten und ausgefallene Wünsche spricht aerztestellen.de mit erfolgreichen Ärztinnen und Ärzten. Dieses Mal stellt sich Priv.-Doz. Dr. med. Markus Casper unseren Fragen. Er ist seit 1. Januar 2026 Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Caritasklinikum Saarbrücken.

Herr Dr. Casper, warum eigentlich sind Sie Gastroenterologe geworden?

Priv.-Doz. Dr. Markus Casper: Während des Studiums bin ich auf der Suche nach einer Doktorarbeit in der Gastroenterologie beziehungsweise Endoskopie fündig geworden. Im Rahmen der Promotion beschäftigte ich mich mit erblichem Darmkrebs und Darmpolypen. Ich hatte das Glück, dass ich dabei auf Vorbilder und Mentoren getroffen bin, die mir ihre Begeisterung für die Gastroenterologie vorlebten und die auf mich übergesprungen ist. Ab diesem Zeitpunkt hat mich die Gastroenterologie mit ihrem Facettenreichtum und der Mischung aus geistig fordernder und handwerklich anspruchsvoller Tätigkeit nicht mehr losgelassen.

Was ist für Sie unabdingbar, damit Sie gut arbeiten können?

Priv.-Doz. Dr. Markus Casper: Ich benötige ein Team um mich, in dem ich mich wohlfühle und auf das ich mich verlassen kann. Ich gehe jeden Tag gern zur Arbeit und freue mich darauf, gemeinsam die Anforderungen des Tages zu bewältigen. Nur so ist es möglich, die bestmögliche Leistung abzurufen.

Wie lautet der beste Rat, den Sie auf Ihrem Karriereweg bekommen haben?

Priv.-Doz. Dr. Markus Casper: Sie dürfen und werden Fehler machen, aber nicht den gleichen Fehler zweimal.

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Priv.-Doz. Dr. Markus Casper: Ich mag Menschen, die durch Freundlichkeit und ihre positive Ausstrahlung auffallen. Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und ein gutes Gespür für das Gegenüber sind weitere Charaktereigenschaften, die ich sehr schätze.

Was treibt Sie an?

Priv.-Doz. Dr. Markus Casper: Ich kann es nicht gut ertragen, ungelöste Probleme vor mir herzuschieben und gebe mich weder im Beruf noch im Privaten gern mit der zweitbesten Lösung zufrieden!

Mit wem würden Sie gern einmal einen Abend verbringen?

Priv.-Doz. Dr. Markus Casper: Am liebsten mit meiner Frau! Unrealistisches Wunschdenken ist nicht so meine Sache.

Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzten?

Priv.-Doz. Dr. Markus Casper: Eine gute Ärztin oder ein guter Arzt wird man nicht am Computer, sondern am Krankenbett. Insofern rate ich meinen Assistenzärztinnen und Assistenzärzten immer dazu, möglichst viel Zeit in die unmittelbare Patientenversorgung zu investieren. Das Gespür für Situationen, die Sorgen und Nöte der Patienten oder die richtige Entscheidung kann man nicht theoretisch erlernen, sondern muss man praktisch „erfahren“.

Wie gelingt Ihnen eine gesunde Work-Life-Balance?

Priv.-Doz. Dr. Markus Casper: Ich sehe beides nicht als unversöhnliche Gegenpole an. Die Arbeit ist für mich ein wichtiger Teil meines Lebens. Nur wenn ich mit meiner Arbeit zufrieden bin, kann ich meine Freizeit genießen.

Woran mangelt es dem deutschen Gesundheitssystem?

Priv.-Doz. Dr. Markus Casper: Es gibt sicherlich viele Baustellen und Herausforderungen. Unter anderem werden wir dafür sorgen müssen, dass es auch zukünftig noch Menschen gibt, die mit Freude einen Beruf im Gesundheitswesen wählen und auch langfristig in diesem bleiben. Aktuell verlieren wir zu viele gut ausgebildete Fachkräfte, die aufgrund der Rahmenbedingungen nicht langfristig in diesem System am Patienten arbeiten wollen oder können.

Wann sind Sie glücklich?

Priv.-Doz. Dr. Markus Casper: Wenn ich dazu beitragen kann, dass die Menschen in meinem direkten Umfeld, also Familie, Freunde, Mitarbeitende, aber auch Patienten nicht unglücklich sind, dann bin ich zufrieden und vielleicht auch glücklich.

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