Prof. Dr. Hohmann: „Entspannt Euch – wir haben alle einmal angefangen!“

12 Januar, 2023 - 07:33
Dr. Sabine Glöser
Köpfe und Karriere: Prof. Dr. Sarah Hohmann
Prof. Dr. med. Sarah Hohmann hat am 1. August 2022 die Leitung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) übernommen.

Über wichtige Erfahrungen, gewonnene Einsichten und ausgefallene Wünsche spricht aerztestellen.de mit erfolgreichen Ärztinnen und Ärzten. Dieses Mal stellt sich Prof. Dr. med. Sarah Hohmann unseren Fragen. Sie hat am 1. August 2022 die Leitung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) übernommen.

Frau Professorin Hohmann, warum eigentlich sind Sie Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik geworden?

Prof. Dr. Sarah Hohmann: Schon während meines Studiums fand ich den Fachbereich der Psychiatrie spannend. Mein Pflegepraktikum habe ich damals im Bereich Sucht/Entgiftung der Uniklinik Frankfurt absolviert, später dann die Famulatur und das PJ in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Marburg. An diesem Bereich finde ich besonders schön, dass die Patientinnen und Patienten, auch wenn sie schwer krank sind, noch so viel Entwicklungspotenzial haben. Mir gefällt, dass wir Behandelnde ihnen und ihren Familien gute Unterstützung bieten und sie auf dem teils langjährigen Weg begleiten können.

Was ist für Sie unabdingbar, damit Sie gut arbeiten können?

Prof. Dr. Sarah Hohmann: Ausreichend Zeit, eine gute Atmosphäre im Team, nette Kolleginnen und Kollegen.

Wie lautet der beste Rat, den Sie auf Ihrem Karriereweg bekommen haben?

Prof. Dr. Sarah Hohmann: Keine Angst davor haben zu fragen, wenn man unsicher ist.

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Prof. Dr. Sarah Hohmann: Begeisterungsfähigkeit, Kreativität, Teamfähigkeit und Humor.

Was treibt Sie an?

Prof. Dr. Sarah Hohmann: Der Wunsch, ein Umfeld mitzugestalten, in dem es Spaß macht zu arbeiten. Ein Umfeld, in dem Patientinnen und Patienten Hilfe und Geborgenheit sowie keine Rückzugstendenzen vor dem normalen Alltag erfahren.

Mit wem würden Sie gern einmal einen Abend verbringen?

Prof. Dr. Sarah Hohmann: Mit meinen Freundinnen und Freunden aus Mannheim – ich vermisse Euch jetzt schon!

Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzten?

Prof. Dr. Sarah Hohmann: Entspannt Euch – wir haben alle einmal angefangen. Jeder Tag ist voller neuer Lektionen und Erfahrungen. Wenn Ihr einmal nicht weite wisst, siehe oben: Habt keine Angst nachzufragen und Hilfe zu suchen!

Wie gelingt Ihnen eine gesunde Work-Life-Balance?

Prof. Dr. Sarah Hohmann: Ich bin selbst keine Meisterin in Sachen Work-Life-Balance, aber ich habe gelernt, meine Abende und Wochenenden möglichst freizuhalten, um Zeit für meine Familie und Freunde zu haben. Meine dienstlichen Mails lese ich in der Freizeit nur, wenn es nicht anders geht.

Woran mangelt es dem deutschen Gesundheitssystem?

Prof. Dr. Sarah Hohmann: An Kreativität und Mut, aber auch an Finanzmitteln und immer mehr an Fachkräften.

Wann sind Sie glücklich?

Prof. Dr. Sarah Hohmann: Wenn Vorhaben gelingen, wenn ich meiner Tochter abends vorlesen kann und an Sommermorgenden im Freibad.

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