Garlonta: „Die Urologie ist sehr logisch, teilweise intuitiv und auch kreativ“

25 März, 2021 - 07:11
Dr. Sabine Glöser
Victor Teodor Garlonta
Victor Teodor Garlonta hat am 1. November die Leitung der Urologie, Kinderurologie und Urologischen Onkologie am Klinikum Wetzlar übernommen.

Über wichtige Erfahrungen, gewonnene Einsichten und ausgefallene Wünsche spricht aerztestellen.de mit erfolgreichen Ärztinnen und Ärzten. Dieses Mal stellt sich Victor Teodor Garlonta unseren Fragen. Er hat am 1. November die Leitung der Urologie, Kinderurologie und Urologischen Onkologie am Klinikum Wetzlar übernommen.

Herr Garlonta, warum eigentlich sind Sie Urologe geworden?

Victor Teodor Garlonta: Das Thema Medizin hat mich schon immer begeistert. Als Kind durfte ich zusammen mit meinem Vater meiner Uroma den Verband wechseln. Damit fing es wohl an. Während meines Medizinstudiums ist mir dann klar geworden, dass das chirurgische Fach sehr viele verschiedene Facetten hat, von Diagnostik über operative / konservative bis hin zu adjuvanten / palliativen Therapien. Schließlich zog es mich in die Urologie, die sehr logisch, teilweise intuitiv und auch kreativ ist.

Was ist für Sie unabdingbar, damit Sie gut arbeiten können?

Victor Teodor Garlonta: Mein Team ist mir am wichtigsten, die Ärzte, das Sekretariat, die Pflege auf Station, in der Ambulanz und im OP. Klar, wir alle freuen uns auch über eine gute Ausstattung im Klinikalltag und ich bin sehr froh, dass wir in Wetzlar interdisziplinär mit einem hochmodernen Da-Vinci-Robotersystem arbeiten können.

Wie lautet der beste Rat, den Sie auf Ihrem Karriereweg bekommen haben?

Victor Teodor Garlonta: Professor Zeno Popovici, Professor für Allgemeinchirurgie an der Universität Sibiu in Rumänien, war der erste, der mich in die spanende Welt der Chirurgie eingeführt hat. Er war eine besondere Persönlichkeit und ein wahrhaftig Goethe-Besessener. Zwei seiner Sätze haben mich geprägt: „The head should guide the hand“ und „Gut aufpassen, um den Pakt mit Mephisto zu vermeiden.“

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Victor Teodor Garlonta: Die Kombination aus Ehrlichkeit und Effektivität gepaart mit Optimismus.

04.04.2021, Hospital zum heiligen Geist
Kempen
08.04.2021, Gesundheit Nordhessen Holding AG - Urologische Praxis Bad Arolsen
Bad Arolsen

Was treibt Sie an?

Victor Teodor Garlonta: Ich liebe einfach meine Arbeit. Und wir dürfen so viel lernen und erleben. Wir sind immer in Bewegung. Eine tolle Motivation für mich sind außerdem die vielen positiven Reaktionen der Patienten unserer Arbeit gegenüber. Das und Vieles mehr treibt mich täglich an.

Mit wem würden Sie gern einmal einen Abend verbringen?

Victor Teodor Garlonta: Mit den Jungs der Band Coldplay.

Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzten?

Victor Teodor Garlonta: Bleibt nicht in Eurer Komfortzone stecken, sondern erlebt und praktiziert die Medizin in verschiedenen Disziplinen und Häusern, auch in anderen Ländern.

Wie gelingt Ihnen eine gesunde Work-Life-Balance?

Victor Teodor Garlonta: Meine Familie unterstützt mich sehr und akzeptiert, dass meine Arbeit eine hohe Priorität hat. Wenn wir dann zusammen sind, erleben wir die gemeinsame Zeit dafür umso intensiver. Egal ob beim Spiel, Sport oder dem gemeinsamen Musizieren. Außerdem sind wir kunstbegeistert. Unser neues Familienmitglied, ein Schnauzer-Pudel Mischling, bringt dieses Gleichgewicht hoffentlich nicht durcheinander.

Woran mangelt es dem deutschen Gesundheitssystem?

Victor Teodor Garlonta: Ich wünsche mir, dass unsere Arbeit mehr Respekt erhält. Wichtig ist auch, dass wir transparenter werden. Oft entsteht das Gefühl, man könne Gesundheit und Therapie verhandeln – das ist aber falsch. Informationen müssen sicher und akkurat ankommen und weitergegeben werden. Wir leben in einer Zeit, in der technologische Errungenschaften, wie Apple, Tesla oder Master-Card, unseren Alltag so sehr erleichtern und kaum vorstellbare Projekte ermöglichen. Doch in den Krankenhäusern und im Gesundheitssystem hinken wir dieser Entwicklung leider noch zu sehr hinterher und sind von gedrucktem Papier abhängig.

Wann sind Sie glücklich?

Victor Teodor Garlonta: Wenn andere meinen Einsatz und meine Bemühungen sehen und schätzen. Und wenn sich die Menschen um mich herum freuen, gemeinsam Zeit mit mir zu verbringen und dies immer wieder gerne tun.

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