Neues digitales Tool: Klimarechner für Kliniken

4 Juli, 2023 - 07:00
Dr. Sabine Glöser
Hände am Computer, Umweltsymbole

Das Öko-Institut und die Uniklinik Freiburg haben ein Tool entwickelt, mit dem Gesundheitseinrichtungen Klimabilanzen berechnen können. Ziel ist es, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen dabei zu helfen, verschiedene Emissionstypen standardkonform zu erfassen, um so eine eigene Treibhausgasbilanz erstellen zu können. Das Excel-Tool ist frei verfügbar.

„Das Gesundheitswesen ist für rund fünf Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich“, sagte Dr. Andreas Köhler, Gruppenleiter Chemikalien, Materialien & Technologien am Öko-Institut. „Mit unserem Tool können Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen nun ihre Treibhausgasemissionen genau berechnen und auf dieser Basis gezielte Maßnahmen für Emissionsminderungen ergreifen.“ So sei es nunmehr möglich, einfach und nachvollziehbar zu ermitteln, wie hoch die Klimaauswirkungen in den jeweiligen Bereichen sind.

Das neue Tool basiert auf dem „Greenhouse Gas Protocol“ (GHG Protocol). Dieses gilt aufgrund seiner Prinzipien und drei Beobachtungsstufen als wichtigster und verbreitetster internationaler Standard für die Treibhausgasberechnung von Organisationen. Er berücksichtigt direkte und indirekte Treibhausgasemissionen. Dazu zählen direkte Emissionen aus Verbrennungsprozessen in eigenen Energieerzeugungsanlagen, indirekte Emissionen aus dem Bezug eingekaufter Energieträger sowie vor- und nachgelagerte Emissionen beim Einkauf von Gütern und Dienstleistungen. Darüber hinaus berücksichtigt das GHG Protocol auch die Herstellung von Wirkstoffen in Medikamenten, die Produktion, Verpackung und den Transport von Hygiene- und Reinigungsmitteln, medizinischem Verbrauchsmaterial, Arzneimitteln und Lebensmitteln sowie die Mobilität von Patientinnen und Patienten.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) förderte die Entwicklung des digitalen Tools im Rahmen des Forschungsprojekts „CAFOGES – Carbon Footprinting im Gesundheitswesen“ mit 125 000 Euro.

Dtsch Arztebl 2023; 120(27): [4]

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