Studie: „Diversität in den Führungsetagen ist wichtig“

14 März, 2023 - 07:37
Dr. Sabine Glöser
Diversität: Spielfiguren in verschiedenen Farben

Welchen Lohn Managerinnen und Manager für ihre Beschäftigten festlegen, hängt insbesondere vom Geschlecht der Führungskraft ab. Das zumindest ergab eine Studie von Forschenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Das Team um Nora Szech, Professorin für Politische Ökonomie am Institut für Volkswirtschaftslehre des KIT und Autorin der Studie, untersuchte, wovon Führungskräfte sich leiten lassen, wenn sie Löhne bemessen.

Das Versuchsszenario: Die Forschenden unterteilten 500 Teilnehmende in Monteurinnen und Monteure sowie Managerinnen und Manager. Die Monteurinnen und Monteure schraubten 100 Kugelschreiber zusammen und auseinander, wofür sie mehr als eine Stunde benötigten. Die Managerinnen und Manager legten fest, welchen Lohn sie dafür als angemessen ansahen. Sie konnten Beträge bis zu 21 Euro wählen. Ein Teil der Managerinnen und Manager durfte den Rest der 21 Euro für sich behalten, der andere Teil musste den Rest der 21 Euro zurück in den Forschungstopf legen.

Den Ergebnissen zufolge waren insbesondere die geschlechtsbezogenen Unterschiede signifikant: Die Manager zahlten im Schnitt 7,59 Euro aus, wenn sie den Rest der 21 Euro für sich behalten konnten. Ohne die Möglichkeit des Eigennutzes legten sie hingegen 11,10 Euro als Lohn fest – ein Unterschied von 46 Prozent. Managerinnen entschieden konsistenter: Sie legten 8,54 Euro als Lohn fest, wenn sie den Rest behalten konnten. Ging dieser an die Forschung, erachteten sie 9,44 Euro als angemessen.

„Diverse Studien beobachten, dass Frauen selbstloser und moralischer entscheiden als Männer“, sagte Szech. Allerdings sei sie überrascht, wie drastisch die Diskrepanz ausgefallen sei. „Unsere Studie zeigt, dass Diversität in den Führungsetagen wichtig ist, wenn die Atmosphäre in einem Unternehmen wertschätzend sein soll und Lohnungleichheit begrenzt werden soll.“ Die Studie ist in der Onlinefachzeitschrift plos one erschienen (DOI: 10.1371/journal.pone.
0271762).

Dtsch Arztebl 2022; 120(11): [4]

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