Welche Vorteile hat Supervision im Krankenhaus?

30 März, 2022 - 08:12
Miriam Mirza
Ärzteteam in einer Besprechung

Ärztinnen und Ärzte haben einen vielfach belasteten Arbeitsalltag: Zu wenig Personal, ein hoher Kostendruck, große Arbeitsverdichtung und so manche Krankenschichte lässt sich nicht einfach so abschütteln. Wenn dann auch noch eine Extremsituation wie die Corona-Pandemie hinzukommt, steigt die erlebte Arbeitsbelastung schnell ins Unerträgliche. Hinzu kommt, dass der ständige Druck zu einer höheren Fehleranfälligkeit führen kann. Eine Supervision hilft dabei, sowohl die Qualität der Arbeit zu erhalten als auch einem Burnout vorzubeugen. Sie kann von außen kommen oder intern durchgeführt werden. Beide Formen haben ihre Berechtigung und sind sinnvoll.

Interne Supervision

Bei der internen Supervision handelt es sich in der Regel um interne Fallbesprechungen. Dabei übernehmen Leitungskräfte wie leitende Oberärzte oder -ärztinnen, Pflegedienstleiter oder -leiterinnen, Chefärzte oder -ärztinnen die Moderation. Die Fall-Supervision dient der kontinuierlichen Reflexion von schwierigen Behandlungsfällen. Darüber hinaus können die verschiedenen Rollen und Aufgaben in der gemeinsamen Teamarbeit geklärt und gegebenenfalls neu vergeben werden.

Auch die Weiterentwicklung von Behandlungstechniken sowie die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden wird dadurch vorangetrieben. In der Kommunikation mit erfahrenen Vorgesetzen und Kollegen und Kolleginnen können diese den Teammitglieder Erfahrungen sowie die „Firmenphilosophie“ des Krankenhauses weitergeben. Außerdem können sich die Mitarbeitenden im Austausch miteinander gegenseitig unterstützen.

Wichtig ist, einen vertrauensvollen Umgang miteinander zu schaffen, in dem die Anwesenden auch Fehler oder schwierige Situationen besprechen können, ohne Repressalien befürchten zu müssen. Die Entwicklung einer guten Fehlerkultur hilft, die Angstschwelle zu senken, künftig Fehler zu vermeiden und die Behandlungsqualität zu verbessern. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Vorgesetzen das Wissen aus der Supervision nicht in einem anderen Kontext nutzen, um den Mitarbeitenden Vorwürfe zu machen.

Externe Supervision

Zusätzlich zu der internen Supervision ist außerdem eine externe Supervision sinnvoll. Hierbei können Fall- und Teambesprechungen erfolgen. Die externe Fall-Supervision hat den Vorteil, dass eine fremde Person mit einem unverstellten Blick von außen auf die Situation blickt. Diese sollte zwar mit dem Konzept und dem Team vertraut gemacht werden, gleichzeitig befindet sie sich jedoch weit genug außerhalb des Teams, um blinde Flecken, Verwicklungen und Verstrickungen zu erkennen. So kann sie, ohne Teil der hierarchischen Strukturen zu sein, objektive Handlungsempfehlungen geben.

19.01.2024, DRV Rheinland - Klinik Roderbirken
Leichlingen (Rheinland)
19.01.2024, Sächsische Krankenhaus Altscherbitz
Schkeuditz

Eine solche Supervision hilft dem Team, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und mehr Verständnis für die anderen zu gewinnen. Bestehen Konflikte lassen sich so leichter Lösungen finden, aufwühlende Erlebnisse können verarbeitet und die Arbeit in interprofessionellen Teams optimiert werden.

In vielen Kliniken ist eine regelmäßige Supervision noch keine Selbstverständlichkeit, meist wird sie lediglich anlassbezogen durchgeführt. Dabei lohnt sich die Einführung, denn sie unterstützt das Qualitätsmanagement und trägt zur Gesunderhaltung der Mitarbeitenden bei.

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