Wissenschaftsrat: So wichtig ist die Digitalisierung

27 September, 2022 - 07:15
Dr. Sabine Glöser
Digitalisierung Wissenschaftsrat

Deutschland muss im Vergleich mit anderen Industrienationen in Sachen Digitalisierung dringend aufholen. Diese sei in den vergangenen Jahrzehnten auch im Gesundheitssystem nur schleppend vorangekommen. Oft würden Risiken gegenüber Chancen überbetont. Weithin unbekannt seien dagegen die Potenziale für Gesellschaft und Individuum. In jüngster Zeit gebe es zwar verstärkte Anstrengungen, doch fehle bisher ein gesellschaftlicher Konsens über das Nutzen und Teilen von Gesundheitsdaten. Zu diesen Ergebnissen kommt der Wissenschaftsrat in einem aktuellen Positionspapier.

Dem Wissenschaftsrat zufolge bringt ein digitalisiertes Gesundheitssystem nicht nur Erleichterungen für Gesundheitspersonal und Patienten. Vielmehr sei es Voraussetzung für die datenintensive Gesundheitsforschung. Und diese wiederum bringe Bürgerinnen und Bürgern neue, qualitativ hochwertige Versorgungsmöglichkeiten, wie die Personalisierte Medizin. An der Schnittstelle von Forschung und Versorgung habe vor allem der Universitätsmedizin eine Innovationsfunktion.

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„Besonders wichtig ist die Vernetzung zwischen Akteuren über Sektoren- und Einrichtungsgrenzen, um den Datenaustausch zu erleichtern und das Ziel einer mit Forschung kompatiblen, dezentralen Gesundheitsdateninfrastruktur umzusetzen“, sagte die Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Prof. Dr. Dorothea Wagner. Nötig sei, zunächst eine einheitliche Datensprache und interoperable IT-Systeme zu implementieren. Ein nationales Gesundheitsdatenportal könne dann Informationen über die dezentralen Datenbestände vermitteln und Forschende beim Zugang unterstützen.

„Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, wie wichtig die Digitalisierung in Gesundheitsforschung und Versorgung für Wohlstand, Unabhängigkeit und Innovationskraft des Standorts Deutschland ist, aber vor allem für den einzelnen Menschen und sein Wohlergehen“, sagte Wagner weiter. „Die Nichtnutzung von Daten“, betonte die Informatikerin, „kann Menschenleben kosten.“

Dtsch Arztebl 2022; 119(39): [4]

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