Gesundheitswesen: Ärzte arbeiten am längsten

9 Juni, 2020 - 06:51
Dr. Sabine Glöser
Hinergrund ein Arzt und vorne eine blaue Uhr

Ärztinnen und Ärzte gehören im deutschen Gesundheitswesen zu den Berufsgruppen mit besonders langen Arbeitszeiten. Dem Statistischen Bundesamt zufolge arbeitete im Jahr 2018 ein knappes Drittel (32 Prozent) der 445.000 Ärztinnen und Ärzte in der Regel mehr als 48 Stunden pro Woche. Eine so lange Wochenarbeitszeit hatten nur 6 Prozent der insgesamt mehr als vier Millionen Erwerbstätigen in Gesundheits- und Pflegeberufen. Darunter waren auch gut 1,1 Millionen Kranken- und knapp 0,7 Millionen Altenpflegekräfte.

Darüber hinaus arbeitete mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Erwerbstätigen in Gesundheits- und Pflegeberufen am Wochenende, knapp ein Drittel (32 Prozent) in Schichtarbeit. Alten- und Krankenpflegekräfte waren besonders oft im Schichtdienst tätig (56 Prozent beziehungsweise 60 Prozent), Ärztinnen und Ärzte im Vergleich dazu eher selten (16 Prozent). Diese Unterschiede spiegeln sich teils bei der Wochenendarbeit wider. So arbeiteten 75 Prozent der Kranken- und 80 Prozent der Altenpflegekräfte regelmäßig samstags und sonntags. Unter den Ärztinnen und Ärzten waren es nur 55 Prozent.

Weiteres Ergebnis: Häufiger als alle anderen untersuchten Berufe im Gesundheitswesen arbeiten Ärztinnen und Ärzte auch über ihren 65. Geburtstag hinaus. Im Jahr 2018 gehörten 9 Prozent zur Altersgruppe 65 plus. Ihr Anteil war damit dreimal so hoch wie in den Gesundheits- und Pflegeberufen insgesamt und unter allen Erwerbstätigen. Frauen stellten im Jahr 2018 im ganzen Gesundheitswesen 79 Prozent aller Erwerbstätigen. Noch höher war der Frauenanteil unter den Arzt- und Praxishilfen (98 Prozent), in Berufen der Haus- und Familienpflege, in medizinisch-technischen Berufen in Laboratorien oder Radiologien sowie in Berufen der Altenpflege (jeweils 84 Prozent). Dagegen waren nur 47 Prozent der Ärzteschaft Frauen.

Diese Analysen beruhen dem Statistischen Bundesamt zufolge auf einer Sonderauswertung von Ergebnissen des Mikrozensus 2018, bezogen auf die Ergebnisse der Gesundheits- und Pflegeberufe.

Dtsch Arztebl 2020; 117(24): [4]

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