Schuberts Sprechstunde: „Was kann ich tun, wenn ein Oberarzt nur meckert?"

23 Juli, 2020 - 08:34
Diplom-Psychologin Petra Schubert

„Ein Oberarzt bei mir im Team stellt sich ständig quer, zieht nicht richtig mit, verbreitet schlechte Stimmung und meckert nur. Ich hätte gerne, dass er sich mehr und konstruktiver beteiligt, sich seiner Vorbildfunktion bewusst ist und das Team mit mir gemeinsam leitet.“

Petra Schubert: „Am besten, Sie sprechen mit dem Oberarzt in einem Vier-Augen-Gespräch und schildern ihm Ihre Wahrnehmung. Wichtig wäre die Einleitung, dass Sie verstehen wollen, warum er so vorgeht und mit ihm besprechen wollen, wie das künftige Vorgehen aussehen sollte. 

Sie könnten betonen, dass er nicht nur aufgrund seiner Expertise eine wichtige Rolle hat, sondern auch Vorbildfunktion. Erklären Sie ihm, dass er sich dessen bewusst machen und sich entsprechend verhalten sollte. Geben Sie ihm ein paar positive Verhaltensbeispiele, damit er ganz konkrete Ideen Ihrer Erwartungen bekommt. Bitten Sie ihn, sein Verhalten zu ändern und machen Sie ihm das Angebot, bei Rückfragen gerne auf Sie zukommen zu können.

Beobachten Sie etwa zwei Monate, ob er sein Verhalten ändert und machen Sie dann einen neuen Termin zur Reflexion. Kündigen Sie diesen Termin schon im ersten Gespräch an. Dann ist ihm klar, dass Sie am Ball bleiben. Falls sich bis dahin nichts ändert, ist es notwendig, ihm deutlich zu machen, dass Sie mit dem Verhalten nicht einverstanden sind, er den Anforderungen nicht gerecht wird und Sie überlegen müssen, was die Konsequenzen sein könnten, wenn er nichts ändert.“
 


Die Expertin:

Dipl.-Psych. Petra Schubert, Geschäftsführerin des Beratungsunternehmens Schubert Management Consultants in Köln, beantwortet exklusiv auf aerztestellen.de die interessantesten Fragen, die Ärztinnen und Ärzte ihr stellen.

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