Mehr Ärztinnen und Ärzte erwägen Jobwechsel

15 April, 2025 - 09:41
Dr. Sabine Glöser
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Angestellte Ärztinnen und Ärzte in Deutschland fühlen sich häufig überlastet. Zugleich monieren sie eine zu geringe Personalausstattung und zu hohe Bürokratielast. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) denkt darüber nach, die ärztliche Tätigkeit in der Patientenversorgung aufzugeben. Das jedenfalls geht aus einer Mitgliederbefragung des Marburger Bundes (MB) hervor.

Die wichtigsten Ergebnisse: Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) fühlt sich oft überlastet, 11 Prozent gehen ständig über ihre Grenzen. Als Grund für die hohe Belastung nannten die Befragten eine unzureichende ärztliche Personalausstattung. 59 Prozent beurteilen diese in ihrer Einrichtung als „eher schlecht“ (43 Prozent) oder „schlecht“ (16 Prozent). Zudem haben 42 Prozent in den letzten zwei Jahren einen Abbau ärztlicher Stellen in ihrer Einrichtung erlebt. Dennoch finden die Befragten die Arbeit im Team zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie nichtärztlichen Teammitgliedern überwiegend „sehr gut“ (28 Prozent) und „eher gut“ (58 Prozent). Ferner ist für viele die IT-Ausstattung an ihrem Arbeitsplatz ein Ärgernis. Zwei Drittel sind damit „eher unzufrieden“ (38 Prozent) oder „unzufrieden“ (27 Prozent). Auch gehe ein großer Anteil der Arbeitszeit durch unnötige Bürokratie verloren, im Durchschnitt etwa drei Stunden pro Tag.

„Eine zunehmende Anzahl von angestellten Ärztinnen und Ärzten in den Kliniken sieht keine dauerhafte Perspektive in der kurativen Medizin. Das muss uns sehr zu denken geben“, sagte die MB-Vorsitzende Dr. med. Susanne Johna. Krankenhäuser müssten die Arbeitsbedingungen verbessern, indem sie flexible Arbeitszeitmodelle anwenden und ausreichend Kinderbetreuungsmöglichkeiten anbieten. Auch müsse der Personalschlüssel so bemessen sein, „dass nicht zwei die Arbeit von dreien machen“.

Für den „MB-Monitor 2024“ befragte das Institut für Qualitätsmessung und Evaluation im Herbst 2024 bundesweit 9.649 Ärztinnen und Ärzte online. Davon waren 90 Prozent in Akutkrankenhäusern und Rehakliniken angestellt, acht Prozent in ambulanten Einrichtungen.

Dtsch Arztebl 2025; 122(8): [4]

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