PD Dr. Möllers: „Ein motiviertes, kompetentes und kollegiales Team ist für mich immens wichtig!“

20 Februar, 2025 - 07:47
Dr. Sabine Glöser
Köpfe und Karriere: Priv.-Doz. Dr. med. Mareike Möllers
Priv.-Doz. Dr. med. Mareike Möllers ist seit 1. Oktober 2024 Leiterin der Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Universitätsklinikum Münster.

Über wichtige Erfahrungen, gewonnene Einsichten und ausgefallene Wünsche spricht aerztestellen.de mit erfolgreichen Ärztinnen und Ärzten. Dieses Mal stellt sich Priv.-Doz. Dr. med. Mareike Möllers unseren Fragen. Sie ist seit 1. Oktober 2024 Leiterin der Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Universitätsklinikum Münster.

Frau Dr. Möllers, warum eigentlich sind Sie Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe geworden?

PD Dr. Mareike Möllers: Ursprünglich wollte ich Kinderärztin werden. Mein Schulpraktikum in der neunten Klasse hatte ich im Neugeborenen-Zimmer einer geburtshilflichen Klinik gemacht. Als ich 1995/96 mein Studium begann, waren die Job-Aussichten insbesondere für die Kinderheilkunde ziemlich schlecht. Daher schaute ich mich nach einer Alternative um und fand die Geburtshilfe ziemlich naheliegend. Meine Begeisterung für dieses Fach wurde bei einer Famulatur in Birmingham, England, entfacht. Dort durfte ich gleich am ersten Tag nach einer quasi durchgemachten Nacht im Nachtbus meine erste Geburt miterleben. Danach war ich fix und fertig, aber selig! Mein fantastisches PJ in einer großen geburtshilflichen Klinik in Quito, Ecuador, hat die Entscheidung immens gefestigt.

Was ist für Sie unabdingbar, damit Sie gut arbeiten können?

PD Dr. Mareike Möllers: Ein freundliches Umfeld und ein motiviertes, kompetentes und kollegiales Team sind für mich immens wichtig, um gute Arbeit machen zu können.

Wie lautet der beste Rat, den Sie auf Ihrem Karriereweg bekommen haben?

PD Dr. Mareike Möllers: Es gab nicht den einen „besten Rat“, aber ich habe immer viele tolle Kolleginnen und Kollegen an meiner Seite gehabt, die mich gut beraten haben.

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

PD Dr. Mareike Möllers: Für mich sind Freundlichkeit, Empathie, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit besonders wichtig.

Was treibt Sie an?

PD Dr. Mareike Möllers: Mich treibt mein Wunsch an, allen Frauen in den verschiedensten Situationen vor, während und nach der Geburt zur Seite zu stehen, ihnen zu helfen, sie zu begleiten und ihnen eine verlässliche und kompetente Ärztin zu sein. Zudem freut es mich, mein Wissen und meine Erfahrung an jüngere Kolleginnen und Kollegen weitergeben zu können und sie für die Geburtshilfe zu begeistern.

Mit wem würden Sie gern einmal einen Abend verbringen?

PD Dr. Mareike Möllers: Mit Monika Hauser von Medica Mondiale.

Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzten?

PD Dr. Mareike Möllers: Ich rate ihnen, insbesondere zu der Zeit, in der sie noch jung und unabhängig sind, jede Gelegenheit zu nutzen, etwas zu lernen, auch wenn das mal außerhalb der Arbeitszeit oder an einem anderen Ort stattfindet. Zudem sollten sie über den Tellerrand schauen, gegebenenfalls in verschiedenen Kliniken oder auch im Ausland arbeiten, um so die Vielfältigkeit des Fachs und des Umgangs mit Diagnostik und Therapie kennenzulernen.

Wie gelingt Ihnen eine gesunde Work-Life-Balance?

PD Dr. Mareike Möllers: Nach der Facharzt-Prüfung habe ich häufiger in Teilzeit gearbeitet, 50, 70 und zuletzt 80 Prozent, um die Anforderungen des Berufs, die Betreuung meiner Kinder und meine Hobbys unter einen Hut zu kriegen. Mein Mann und ich haben uns immer abgewechselt, auch er war zwei Jahre in Elternzeit und hat Teilzeit gearbeitet. Wir haben uns immer je nach beruflicher Situation ergänzt und damit alle Herausforderungen gemeistert, um Beruf und Familie zu vereinbaren und auch noch Zeit für uns und unsere Hobbys zu finden. Seit ich die Leitung der Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Universitätsklinikum Münster übernommen habe, habe ich wieder eine volle Stelle. Da klappt es noch nicht ganz so optimal mit der gesunden Work-Life-Balance. Aber ich arbeite daran!

Woran mangelt es dem deutschen Gesundheitssystem?

PD Dr. Mareike Möllers: Ein wenig Pragmatismus und einfache Lösungen würden an mancher Stelle guttun.

Wann sind Sie glücklich?

PD Dr. Mareike Möllers: Im Beruf bin ich glücklich, wenn ich merke oder die Rückmeldung bekomme, dass sich Schwangere und ihre Partner oder Partnerinnen bei mir gut aufgehoben fühlen, wenn ich mit anderen aus dem Team eine schwierige Situation gemeinsam gut gemeistert habe oder wenn ich jungen Ärztinnen und Ärzten etwas vermitteln und ein Vorbild für sie sein kann. Im Privaten bin ich glücklich, wenn ich Zeit mit meinen Lieben verbringen kann, wenn ich im Orchester sitze und ein wunderschönes Stück spiele, wenn ich Zeit für eine ausgleichende Yoga-Einheit gefunden habe oder wenn ich jemandem eine Freude bereiten kann.

 

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