
In Krankenhausteams können Rankings unter Ärztinnen und Ärzten manche zu besserer Leistung motivieren, auf andere jedoch demotivierend wirken. Entscheidend ist offenbar das Design des Rankings. Vorgegebene Qualitätswerte dürfen weder zu niedrig noch zu hoch angesetzt werden. Das zumindest ergab eine verhaltensökonomische Studie eines Forscherteams der Universität zu Köln und der Universität Münster.
In einem Experiment konfrontierten die Forschenden 112 Ärztinnen und Ärzte sowie 240 Medizinstudierende in kleinen Teams mit einer medizinisch kontextualisierten Entscheidungssituation. Im Ergebnis führte kein festgelegtes Rankingdesign in den verschiedenen Teams automatisch zu besseren Leistungen. Die Herausforderung ist demnach, die richtige Balance zu finden, um möglichst viele Ärztinnen und Ärzte zu motivieren.
Aus Sicht der Forschenden sind Rankings ein wertvolles Instrument, um die Motivation von Ärztinnen und Ärzten zu steigern. Allerdings sollten Führungskräfte die Wirkung in Abhängigkeit von den individuellen Fähigkeiten beachten. Um Demotivation zu vermeiden, seien Ranking-Designs so zu gestalten, dass die Grenzen der Ränge an die Fähigkeitsverteilung des Teams angepasst sind. So könnten alle Mitglieder eines Teams einen Rang durch höhere Leistung erreichen.
Um ein solches Ranking in Krankenhäusern einzuführen, müssen den Forschenden zufolge jedoch kontinuierlich individuelle Leistungskennzahlen gemessen werden. Auch sei es notwendig, regelmäßig Performance-Feedbacks in Kombination mit Trainings- und Schulungsmöglichkeiten für Ärztinnen und Ärzte zu nutzen. „Weitere Evidenz hierzu ist allerdings noch in länger angelegten Feldexperimenten in Kliniken notwendig“, erläuterte Studienleiter Prof. Dr. Daniel Wiesen von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Management Science erschienen (DOI: 10.1287/mnsc.2022.00990).
Dtsch Arztebl 2025; 122(16): [4]



